Ein Ort voller Geschichten und ein neues Kapitel
Manche Orte tragen bereits eine Geschichte in sich, lange bevor wir ihnen eine neue Bedeutung verleihen. Mein Atelier am Waldrand in Nüziders, dessen Türen ich am 26. September öffnen darf, ist so ein Ort.
Viele Jahre lang war es das Zuhause meiner Oma. Ein Ort voller Erinnerungen, Begegnungen, kleiner Schätze und gelebter Geschichten. Wer schon einmal das Haus eines geliebten Menschen ausgeräumt hat, weiß, dass zwischen Möbeln und Gegenständen oft viel mehr liegt als nur Materielles. Es sind Erinnerungen, Momente, ja ein ganzes Leben.
Auf Reisen träumte ich bereits davon, was aus diesem Ort entstehen wird. Ich war auch schon aufgeregt, denn ich wusste, dass viel Arbeit auf mich wartet und die Zeit schien knapp. Doch ich beginne erstmals am Anfang.
Mit Vollgas geht's los
Als Erwin und ich von unserem 21-stündigen Flug nach Hause kamen, wurden wir von unseren Liebsten überrascht, und eine kleine Feier erwartete uns im Herr Muk, der Bar von Erwins Mama, Ajnija.
Am nächsten Tag starteten wir beide schon voll durch. Erwin mit seiner Wohnung und ich mit dem zukünftigen Atelier. Doch bislang sah es noch nicht nach dem Atelier aus, das ich mir ausgemalt hatte. Es stand eine Menge Arbeit vor mir: die ganze Wohnung auszuräumen, zu putzen, dann noch zu malen (das hatte ich bis dahin noch gar nicht auf dem Schirm) und schließlich einzurichten.
Ich warf mich gleich in die Arbeit, doch ehrlich gesagt, der Anfang war mühsam, denn ich sah mich dem Ganzen nicht überaus gewachsen.
Am Sonntag wird geruht
Ein paar Tage später kam mein Papa zu mir. Es war Sonntag, und er erinnerte mich daran, wie wichtig es ist, eine Pause einzulegen. „Was du bis dahin nicht geschafft hast, kannst du auch am Sonntag nicht mehr schaffen“, sagte er.
Diese Erinnerung tat mir gut. Zum ersten Mal seit langem genoss ich die Natur hier in Vorarlberg wieder, atmete die frische Luft tief ein und hatte einfach einen schönen Nachmittag.
An diesem Tag bemerkte ich auch etwas: Ein Grund, warum ich mich so schnell in die Arbeit gestürzt hatte, war, An diesem Tag bemerkte ich auch etwas: Ein Grund, warum ich mich so schnell in die Arbeit gestürzt hatte, war, dass ich das, was vor mir lag, ein wenig verdrängt hatte. Als ich nach Hause kam, schien alles beim Alten zu sein. Doch eine Sache fehlte: meine Mama.
Es war schwer, wieder anzukommen, und zu sehen, dass sie einfach nicht da war. Doch gerade deshalb bin ich so dankbar für diesen Tag. An diesem Tag sah ich hin und spürte in meinem Herzen, dass meine Mama bei mir ist und dass ich den Traum, den ich gerade lebe, wo ich mittendrin stehe, nicht nur für mich, sondern auch für sie lebe.
Ich darf den Traum nicht nur für mich verwirklichen, sondern auch für meine Mama. 🧡🌿
Mit neuer Kraft ging die Woche los
Erwins Bruder Armin half mir beim Ausräumen der ganzen Möbel – Gott sei Dank, denn es war wirklich viel zu tun. Als alles ausgeräumt war, wurde mir klar, dass ich alle Wände streichen musste.
Und so begann der nächste Schritt. Ich legte als erstes die Musik aus dem Film Küss den Frosch auf und machte mich an die Arbeit. Freunde kamen vorbei und halfen mir, die Monsterwände zu bestreichen.




Zusammen mit der Musik hatten wir ein richtiges Fest. Von „Almost there“ über „When we’re human“ bis hin zu „Dig a little deeper“ liefen alle Tracks.
Gerade diese Songs gaben mir während des gesamten Entstehungsprozesses meines Ateliers so viel Kraft, denn sie erinnerten mich an mein Ziel und daran den Weg.
Diese Musik erinnerte mich daran, dass ich die Schritte nicht einfach nur gehen muss, sondern dass es auch darum geht, den Weg zu genießen und mich am Prozess zu erfreuen.
Leben kehrt ein
Ein paar Tage später waren die Wände gemalt und das Putzen begann. Es machte mir riesigen Spaß, denn ich spürte, wie ein neuer Lebensabschnitt für diese Wohnung begann.
Und dann kam mein Lieblingsteil: das Einrichten der Wohnung. Besonders freute ich mich auf meinen Geschichtenerzählerteppich im Studierzimmer und meine Glaslampe im Gang, die mich an Mama Odies Terrasse aus dem Song „Dig a little deeper“ erinnert.
Im nächsten Schritt zogen ausgewählte Möbel meiner Oma wieder ein und fanden ihren Platz in den Räumen, die ihre Schönheit unterstreichen. Meine Oma hatte viele Dinge, weshalb die Wohnung manchmal etwas eng wirkte. Doch nun hat alles einen besonderen Platz gefunden und die Stückchen meiner Großeltern kommen nun wirklich zur Geltung.


Mit dem Licht der Lampen zogen dann auch meine Kunstwerke ein, und so langsam spürte man, dass das hier nun mein Atelier geworden ist – ein Ort, an dem alte Schätze auf neue Ideen treffen und Geschichten in Farbe und Form lebendig werden.
Dann konnte ich auch schon die ersten Gäste willkommen heißen: meinen Papa, meine Schwiegermama und Erwin. Wir feierten ein wunderbares Fest, und von Tag zu Tag kamen neue und bekannte Gesichter, die ich auf einen Kaffee und Kuchen einladen durfte.

Das Lehmabenteuer
Mitten im ganzen Trubel rund um das Atelier habe ich mir noch ein weiteres Abenteuer eingebrockt.
Bereits während meiner Reise in Japan hatte ich mich für einen viertägigen Lehmworkshop in Graz angemeldet.
Dann war es so weit. Voller Vorfreude, italienischer Musik und Kaffee machte ich mich auf den Weg.
Die Fahrt verlief wunderbar, bis plötzlich eine Kontrollleuchte aufleuchtete, mein Auto zu vibrieren begann und ich für einige Sekunden keine Kontrolle mehr über das Lenkrad hatte. Mitten in Deutschland, ohne Netz und ohne zu wissen, was genau los war, stand ich erst einmal ziemlich ratlos da.
Zum Glück traf ich nur wenige Meter weiter auf den lieben Nils, einen Automechaniker, der sich sofort Zeit nahm und mir half. Da mein Auto über Nacht in der Werkstatt bleiben musste, organisierte eine unglaublich hilfsbereite Frau sogar ein Hotelzimmer für mich und brachte mich dorthin.
Was als Autopanne begann, wurde dadurch zu einer Begegnung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Dank dieser hilfsbereiten Menschen wurde eine Panne zu einer wunderbaren Erinnerung und durch meinen lieben Duster eine einfache Autofahrt zu einem kleinen Abenteuer.
Übrigens, ich bin in Freilassing in Bayern gelandet, fragt mich nicht, wie. Doch was ich sagen kann, ist, Doch was ich sagen kann, ist, am Abend ging ich noch spazieren und besuchte eine kleine Kapelle und dachte mir einfach, wie schön kann denn das Leben sein.






Am nächsten Morgen holte Nils mich ab. Die Ersatzteile waren bereits angekommen, das Auto war schnell repariert und ich konnte meine Reise fortsetzen.
Schließlich erreichte ich den Workshop in Graz rechtzeitig und verbrachte vier wunderbare Tage mit Lehm, Matsch, neuen Freundschaften und ganz viel praktischem Lernen. Wir bauten, experimentierten und lernten die Grundlagen des Lehmbaus kennen. Es war eine richtig schöne Zeit – und das Frühstück war jeden Morgen ein Highlight.




Rückblickend war diese Reise ein kleines Abenteuer für sich. Und obwohl sie eigentlich gar nichts mit der Entstehung des Ateliers zu tun hatte, gehört sie irgendwie trotzdem zu diesem Sommer dazu.


Ein Schatz der Zeit
Und dann stand noch eine ganz besondere Sache an – etwas, wofür mein Onkel extra von Kärnten hierher fuhr. Etwas, das sehr viel Geschichte trägt.
Eine Werkbank – doch nicht irgendeine Werkbank. Sie ist über 200 Jahre alt und schon mein Urgroßvater hat auf dieser Werkbank gearbeitet und die ersten Schier in Vorarlberg gebaut, die Frei Schi. Die Werkbank ist groß und massiv, und mit der Handwerkskunst meines Onkels wurde sie zu einem Highlight meines Ateliers.
Schließlich begann ich, das Malzimmer einzuräumen, sodass meine Farben endlich einziehen konnten. Nach fast zwei Monaten haben sie ihren Platz gefunden, und für mich bedeutet das, dass ich nun wirklich eingezogen bin.
In den folgenden Wochen entstanden bereits die ersten Werke, und es berührt mich zutiefst.
Denn stellt euch vor, ich habe jahrelang in einem einzigen Raum gemalt, gearbeitet und gelebt. Alles stand sich gegenseitig im Weg, und nun habe ich plötzlich so viel Platz. Ich kann es immer noch kaum glauben.
Und nun ist er fertig - bis auf meine Eckbank, aber irgendwas ist ja immer los - der Ort, an dem alte Geschichten und neue Ideen aufeinandertreffen und gemeinsam etwas Neues erschaffen.
Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und gemeinsam neue Geschichten schreiben können.
✨ Die Türen öffnen sich ✨
Nach vielen Monaten des Planens, Räumens, Gestaltens und Träumens ist es nun endlich so weit: Aurora Arts Atelier eröffnet.
Und diesen Moment möchte ich nicht alleine feiern.
Liebe Familie, Freunde, Wegbegleiter und Kunstinteressierten ich lade euch herzlich ein, diesen besonderen Tag mit mir zu verbringen.
Eine Feier voller Kunst & Musik - und natürlich darf hier gutes Essen und trinken auch nicht fehlen. Vor allem wird es auch ein Raum für Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Feiern geben.
Denn mein größter Wunsch für dieses Atelier ist nicht, dass es einfach nur ein Raum voller Bilder wird.
Ich wünsche mir, dass daraus ein Ort entsteht, an dem Menschen zusammenkommen, sich inspirieren lassen und vielleicht sogar neue Ideen, Projekte und Freundschaften entstehen können.
Wo einst Familiengeschichten geschrieben wurden, entstehen heute Geschichten auf Leinwänden 🧡🌿
Link zur Website:
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