In den Philippinen, wo sich neue Wege entfalten – Briefe aus der Ferne /Folge 10
Eine tiefe Reise zwischen Kunstwerken und Tauchgängen 🎨🐠✨
Hey & schön, dass du da bist! 🧡
Willkommen zur zehnten Folge Briefe aus der Ferne – meinem Reisetagebuch auf unserer Weltreise.
In diesem Beitrag nehme ich euch mit in eine Zeit voller Übergänge. Es geht um Kunst, die unterwegs entsteht, um Begegnungen mit Menschen, die bleiben, und um das Eintauchen in neue Welten – im Außen wie im Inneren. Um das Tauchenlernen im Meer, um Angst und Vertrauen, um Hingabe an Prozesse, die sich nicht planen lassen, und um das, was sich zeigt, wenn man sich wirklich einlässt. 🌿✨
Zeit in den Philippinen
Ich sitze gerade auf der Terrasse in einem kleinen Bambushäuschen, umgeben von der blühenden Natur der Philippinen.🌴✨ Die Luft ist warm, überall zirpen Insekten und während ich hier schreibe, merke ich, dass wir innerlich eigentlich schon ein Stück weitergereist sind. Ich blicke zurück auf all das, was in den letzten Wochen geschehen ist, auf die vielen kleinen und großen Momente, die sich wie Fäden miteinander verweben.
Ich möchte euch mitnehmen auf diese Reise. Und dafür beginne ich bei einem ganz besonderen Bild.
Der Waldgeist und der Beginn eines Prozesses
Dieses Kunstwerk ist im Rauhnachtskurs von Wayra Arts entstanden. In dieser Zeit hatte ich immer wieder Bildideen von einem ganz bestimmten Symbol – dem Waldgeist, den ich etwa ein Jahr zuvor gemalt hatte. Ich realisierte die Ideen zuerst in kleine Skizzen und Bilder. Dabei war der Waldgeist der zentrale Punkt, doch jedes Bild erzählte eine andere Geschichte. ✨
Diese Geschichten halfen mir dabei Klarheit zu finden. Es war, als würden sich in den Skizzen all die Fragen widerspiegeln, die mich gerade im Leben beschäftigten ebenso wie das, was ich erlebte und lernte. Die Symbole wirkten auf den ersten Blick einfach, fast selbstverständlich und gleichzeitig waren sie schwer zu greifen. Sie zeigten etwas, das ich fühlte, aber noch nicht ganz verstand.


Kunst auf Reisen
Als ich schließlich begann, das Kunstwerk umzusetzen, kam das Motiv ganz intuitiv. Ich war unterwegs und besorgte mir im 7 Eleven Papier, das ich aufeinanderklebte, um einen Hintergrund zu schaffen. Mit Wasserfarben begann ich, diesen Hintergrund zu gestalten und formte erste Flächen und Umrisse. Später arbeitete ich mit Kreiden weiter und brachte somit mehr Tiefe und Farbe hinein. 🎨
Dadurch, dass ich auf Reisen bin und nur begrenzte Materialien zur Verfügung hatte, wurde dieser Prozess besonders intensiv. Ich wusste, dass jeder Strich bleibt und dass es kein endloses Überarbeiten geben würde. Diese Begrenzung machte mich wach und präsent.
Hingabe, Mut und das Dazwischen
Während ich an dem Bild arbeitete, spürte ich, dass es etwas in mir in Bewegung setzte. Eine Phase der Reflexion, aber auch des Vorangehens. Diese Woche war insgesamt sehr intensiv für mich. Ich sprach viel mit Erwin über das Malen und darüber, was es mit einem macht, wenn man sich mit voller Hingabe auf einen kreativen Prozess einlässt. Eigentlich gilt das nicht nur für Kunst, sondern für jede Angelegenheit im Leben. Wenn man sich wirklich einlässt, zeigt sich so viel: wo man war, wo man gerade steht und wohin man sich bewegt.
In diesem Prozess befindet man sich zwischen dem Gewohnten und dem Unbekannten und bahnt sich somit seinen weiteren Weg. Gleichzeitig liegt genau darin etwas unglaublich Spannendes. Man spielt mit dem, was man kennt und mit dem, was noch fremd ist. Man betritt neues Terrain, stößt auf Herausforderungen und entdeckt darin Chancen.
Sich einer Sache ganz zu widmen, braucht Mut. Denn wenn man alles gibt, weiß man auch, dass das, was entsteht, das Beste ist, was man in diesem Moment geben konnte – mit allem, was man bis dahin erlebt und gelernt hat. Wenn man nur halbherzig dabei ist, kann man sich immer sagen, dass es besser geworden wäre, hätte man es wirklich versucht.
In diesen Prozess zu gehen bedeutet auch, die Augen zu öffnen für das, was ist und zu lernen, zwischen Ordnung und Chaos zu navigieren. Wir sind darin nicht perfekt. Manchmal kippt man zu sehr in die eine oder andere Richtung. Und das ist in Ordnung. Denn es ist der Weg selbst, der das Ziel überhaupt erst bedeutsam macht. 🧭🌿
Risse und neue Ebenen
Irgendwann, während ich an dem Bild arbeitete, spürte ich eine Art Barriere – zwischen dem, was sich auf der Leinwand zeigte und dem, was ich eigentlich ausdrücken wollte. Ich merkte, dass ich nicht weiterkam.
Dann kam mir eine Idee. Was wäre, wenn ich die oberste Papierschicht aufreiße, um neue Ebenen freizulegen, Farben neu anzulegen und anders komponieren zu können. Ich dachte kurz darüber nach und riss dann das Bild in der Mitte ein. ⚡️
Dabei sah ich, wie die Wasserfarben auch auf die untere Schicht wirkten. Die entstehenden Kombinationen gefielen mir sehr. Ich begann weiter aufzureißen, neu anzulegen, wieder aufzukleben und das Bild mit Farben zu verfeinern, vor allem mit Glitzerfarben. ✨
In diesem Prozess verstand ich etwas für mich. Glitzer ist für mich kein bloßer Effekt. Er trägt eine tiefe Verbindung zwischen Licht und Schatten in sich. Reflektierende Bilder erzählen zu jeder Zeit, bei jedem Sonnenstrahl, eine neue Geschichte. Und genau hier, während sich das Bild weiterentwickelte, spürte ich seine Geschichte und meine eigene darin. 🌞✨




Die Raupe und der Schmetterling
Es zeigte sich das Bild einer Raupe, die sich in ihren Kokon webt, um als Schmetterling emporzusteigen. Die Raupe begibt sich dabei ins Unbekannte, ins Chaos und genau dort entsteht der Raum für ihr neues Leben. Das Einwickeln und das Verbergen sind kein Stillstand, sondern ein wesentlicher Teil der Entfaltung. 🦋
Da ich mit dem Rucksack unterwegs bin, habe ich das Bild zusammengefaltet und eingepackt.
Begegnungen in Badian
In den nächsten Tagen lernten wir eine Familie kennen, die wir sehr ins Herz geschlossen haben. Erwin und ich gingen gemeinsam baden und schnorcheln. Unter Wasser sahen wir unzählige Fische, Seesterne, Seeigel, Quallen und sogar Unterwasserschlangen.
Dann winkte uns diese Familie zu sich. Sie standen im Wasser, tranken Bier, erzählten und luden uns ein, dazuzukommen. Wir hatten wunderbare Gespräche und verbrachten eine richtig schöne Zeit miteinander. Dabei standen Erwin und ich mehrmals auf Seeigel. Es tat richtig weh und ich habe heute noch kleine Stacheln im Fuß. Später aßen wir gemeinsam am Strand und lernten die ganze Familie näher kennen.




Einige Tage danach besuchten wir sie bei ihnen zu Hause. Sie erzählten uns, dass sie ihr Haus selbst gebaut hatten – immer dann, wenn sie Materialien auftreiben konnten. In zwei Zimmer aufgeteilt schläft die Großfamilie zusammen.
Ein Leitsatz, den sie immer wieder sagen und den die ganze Familie gemeinsam ausspricht, ist: No money but happy. Die Eltern arbeiten sehr viel, damit ihre Kinder zur Schule gehen können, was sie selbst damals nicht konnten. Und ihre Kinder bringen ihnen heute Englisch bei.
Osmeña Peak und Abschied von Badian
An unserem letzten Tag in Badian machten wir uns mit dem Scooter auf den Weg zum Osmeña Peak. Unser Scooter war nicht in bestem Zustand, fast ohne Profil und der Weg ging steil bergauf. Doch Erwin ist ein sehr guter Fahrer und wir schafften es sicher hinauf und wieder hinunter. 🛵⛰️
Die Aussicht dort oben war unglaublich. Wir sahen die Dörfer unter uns, hörten Karaoke-Musik aus der Ferne und begegneten Kindern, mit denen wir ins Gespräch kamen. Wir sahen Bauern, die Gemüse ernteten und es in Körben trugen, so groß wie sie selbst. Neben den Straßen trockneten Körner in der Sonne. Es war ein wunderschöner Ausflug und ein stimmiger Abschluss, denn am nächsten Morgen ging es für uns um vier Uhr früh weiter nach Panglao. 🌴




Ankommen in Panglao und der Ruf des Tauchens
Wir fuhren zunächst nach Cebu, von dort aus ging es mit der Fähre weiter nach Bohol und schließlich nach Panglao.
Wir hatten uns Panglao ausgesucht, weil wir dort endlich unseren Tauchkurs machen wollten. Schon seit Monaten hatten wir davon gesprochen, tauchen zu gehen und nun war es endlich so weit.
Als wir ankamen, stellten wir fest, dass wir das Hotelzimmer erst für den nächsten Tag gebucht hatten. Daher mussten wir zunächst in ein anderes Hotel. Dieses hatte dann aber keinen Platz mehr und schickte uns weiter zu einem weiteren Hotel. Als wir dort ankamen, gingen wir noch etwas essen und legten uns dann gleich schlafen.
Am nächsten Morgen erkundeten wir den Ort. Danach machten wir uns auf den Weg zum Tauchzentrum Big Blue Divers und meldeten uns dort für den Tauchkurs am nächsten Tag an. 🤿🐠✨
Das Bild entfaltet sich weiter
An diesem Tag schien die Sonne. Deshalb machten Erwin und ich uns auf den Weg, um von meinem Bild die Entfaltung Fotos zu machen. Doch als ich es entfaltete, entstand ein Riss in der Mitte des Auges der Raupe. Ich saß da und merkte, dass dieser Riss die Geschichte weitererzählte. Später malte ich in diesen Riss goldenen Glitzer hinein und spürte, dass genau das das Bild erst vollständig machte. 🌞🌛


Die ersten Atemzüge unter Wasser
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg zum Tauchzentrum und lernten dort unseren Tauchlehrer Damien kennen sowie Maria, die ebenfalls am Kurs teilnahm. Damien erklärte uns zunächst an der Tafel die wichtigsten Grundlagen, zeigte uns das gesamte Equipment und erklärte jeden Schritt ganz genau. Danach ging es darum, alles auch praktisch kennenzulernen, bevor wir später ins Meer gehen würden. Dieser erste Tag war dafür da, die wichtigsten Übungen zu lernen, die man für einen sicheren Tauchgang braucht.
Als wir in den Pool stiegen und ich das erste Mal mit kompletter Ausrüstung unter Wasser ging, hatte ich Schwierigkeiten mit dem Atmen. Ich hatte das Gefühl, als würde ich keine Luft bekommen. Damien half mir dann und erklärte mir noch einmal, wie wichtig es ist, ruhig und langsam zu atmen und dass der Rest dann von selbst kommt.
Wir begannen mit weiteren Übungen und auch wenn ich nervös war, war es cool, all das zu erleben und Stück für Stück zu meistern. Wir tauchten dann tiefer unter Wasser und übten Buoyancy, also das schwerelose Schweben im Wasser. Darin war ich recht gut und auch wenn es sich noch sehr ungewohnt anfühlte, war es richtig cool.
Eine Übung fiel mir dann aber schwer. Unter Wasser sollten wir die Taucherbrille abnehmen, weiterhin ruhig durch den Regulator atmen, dann die Maske wieder aufsetzen und ausspülen. Jedes Mal, wenn ich die Maske abnahm, atmete ich unbewusst durch die Nase ein und schluckte Wasser. Ich probierte es mehrere Male, aber ich schaffte es nicht. 🤿




Zweifel, Vertrauen und Mut
Wir machten dann eine Mittagspause und aßen und erzählten zusammen. Danach probierte ich es noch einmal, doch ich schaffte es immer noch nicht. Mein Tauchlehrer sagte mir, dass wir die Übung am nächsten Tag noch einmal probieren würden.
Erwin hingegen war wirklich ein Naturtalent. Er meisterte alle Übungen auf Anhieb, blieb ruhig und fühlte sich unter Wasser richtig wohl. 🌿✨
Am Abend hatte ich dann große Sorge, dass ich das mit der Maske nicht schaffe und den Tauchkurs nicht abschließen kann. Ich war auch nervös davor, am nächsten Tag ins Meer zu gehen, da ich diese Übung noch nicht geschafft hatte.
Ich telefonierte dann mit meinem Papa. Er sagte mir, dass ich darauf vertrauen darf, dass ich es schaffe und dass es möglicherweise etwas gibt, das ich noch nicht verstanden habe. Er meinte, ich dürfe mir die Zeit nehmen, das beim nächsten Tauchen herauszufinden.
Ich erinnerte mich auch daran, dass das, was zählt, ist, dass ich morgen auftauche und mein Bestes gebe und das, was dann passiert, wird richtig sein.
Der Durchbruch
Am nächsten Morgen war es dann so weit. Wir gingen das erste Mal im Meer tauchen. Auch dort machten wir zuerst einige Übungen und es lief ganz gut. Danach erkundeten wir das Riff bereits ein wenig. 🪸🐠
Unser Tauchlehrer Damien zeigte dann auf etwas. Für mich sah es aus wie ein schwarzer Stein, doch als ich ihn ansah, wirkte er, als sei es etwas sehr Außergewöhnliches, das gerade vor uns steht. Später erzählte er uns, dass es ein Froschfisch war, der hier sehr selten zu finden ist.
Nach diesem Tauchgang nahm Damien sich noch einmal extra Zeit für mich und wir gingen gemeinsam zurück in den Pool, um die Übung mit der Maske noch einmal ganz in Ruhe zu machen.
Der erste Versuch scheiterte erneut. Doch dann merkte ich plötzlich, was ich die ganze Zeit falsch gemacht hatte. Ich atmete jedes Mal so tief aus, dass mein Körper danach unkontrolliert einatmete und ich dadurch auch durch die Nase einatmen wollte. Beim nächsten Versuch atmete ich bewusst weniger tief aus. Und auf einmal funktionierte es. ✨
Ich kann kaum beschreiben, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. Wenn ich sage, dass ich am Vortag so viel Angst davor hatte wie früher vor Mathe, dann ist das wirklich wahr. Ich hatte mich so sehr davor gefürchtet und war überzeugt gewesen, dass es unmöglich ist, es zu schaffen. Und dann hatte ich es plötzlich geschafft. 🧡
Damit war ich auch bereit, am nächsten Tag zum finalen Tauchkurs mitzukommen. Das war der letzte Schritt bis zu unserem Zertifikat, das uns dazu berechtigt, zu zweit bis zu 18 Meter tief zu tauchen.
Warten, Vertrauen und Weitermalen
Am nächsten Morgen merkte ich allerdings, dass ich Ohrenschmerzen hatte. Wir versuchten vorsichtig, ob es klappt, unter Wasser zu gehen und den notwendigen Druckausgleich zu machen, um tiefer zu tauchen. Doch es funktionierte nicht und so verbrachte ich diesen Tauchgang auf dem Boot. Ich tauschte mit dem Skipper Ray mein Frühstück und schaute aufs Meer, etwas betrübt, doch ich freute mich für Erwin.
Als sie wieder zurückkamen, erzählte mir Erwin, wie cool es war. Sie hatten so viele Tiere gesehen und waren weit hinuntergetaucht. Zuerst sah alles nur dunkelblau aus. Doch je tiefer sie tauchten, desto mehr erkannte er die Tiere und das Riff, das sich darunter verbarg.
Erwin und Maria meisterten ihren letzten Tauchgang und sind nun offizielle Open Water Diver.


Der Junge mit der Gitarre
Ich musste danach einige Tage warten, bis sich mein Ohr vom Barotrauma erholte. Diese Zeit nutzte ich für meine Arbeit und ich malte viel am Strand. Ich hatte ein kleines Projekt im Kopf. Da Damien mir so sehr geholfen hatte und ich ihn auch unglaublich gerne habe, wollte ich ihm ein kleines Kunstwerk schenken. Wir hatten auch über meine Kunst gesprochen und er hatte mir gesagt, dass ihm mein Stil sehr gut gefällt.




Während ich am Strand malte, bemerkte ich, wie viele Menschen neugierig stehen blieben, was ich so tue und mich ansprachen. Ich lernte viele interessante Menschen kennen und merkte einmal mehr, wie stark Kunst Menschen miteinander verbinden kann. 🎨✨
Ein kleiner Junge kam zu mir, setzte sich dazu und spielte auf seiner Ukulele. Ich ließ ihn malen und wir kamen ins Gespräch. Sein Name ist Keil. Er spielte mir dann den Song One Day vor. Später postete ich ein Video davon in meiner Story und eine Freundin schrieb mir, dass sie vor Monaten ein Video von ihm gesehen hatte und seitdem das Lied One Day von Matisyahu jeden Tag hört. 🪕
Am nächsten Tag sah ich Keil wieder. Ich malte ein schnelles Porträt von ihm und schenkte es ihm. Er sah auch die Skizze des Bildes, das ich für Damien malte und wollte es sogar kaufen.


Der letzte Tauchgang
Nach ein paar Tagen war es dann so weit. Mein letzter Tauchgang stand an. Ich freute mich mittlerweile richtig darauf und fühlte mich bereit. Unter Wasser war ich ganz angekommen. Wir machten noch einmal die Maskenübung unter Wasser sowie den Notaufstieg aus sechs Metern Tiefe. Danach erkundeten wir das Riff und gingen bis auf etwa fünfzehn Meter hinunter.🪸🐠✨
Unter Wasser veränderte sich alles. Das Atmen wurde ruhig und bewusst, fast wie eine Verbindung zurück in den eigenen Körper. Jeder Atemzug war klar spürbar, getragen vom gleichmäßigen Rhythmus des Wassers. Die Geräusche von oben verschwanden, während die Welt um mich herum lauter wurde. Bewegungen, Strömungen, ein feines Knistern von Leben, das man an Land nie hört.
Mit jedem Blick eröffnete sich mehr. Farben, Formen und Wesen, die man kaum benennen kann. Korallen, die wie eigene Landschaften wirkten, kleine Fische, die vorbeizogen und winzige Nudibranchs, Unterwasserschnecken, so groß wie ein Reiskorn. Je länger ich dort war, desto stärker fühlte es sich an, als wäre ich Teil dieses Ganzen und gleichzeitig jemand, der nur kurz hineinblicken darf.
Das absolute Highlight war eine Schildkröte, die zuerst an uns vorbeischwamm und sich dann auf die Korallen setzte. Anschließend schwamm sie nach oben, um Luft zu holen. Es war magisch.
Ayni - das Gesetz der Reziprozität
Nach dem Tauchgang machten wir eine Pause auf dem Boot. Das Wasser war mittlerweile richtig kalt und die Sonne versteckte sich, deshalb wärmten wir uns erst einmal auf. Wir tranken Tee und aßen Kräuterschnecken, ein kleines Ritual zwischen den Tauchgängen. Nach einer Stunde ging es noch einmal ins Wasser für den zweiten Tauchgang, der ebenfalls wunderschön war. ✨


Am Ende überreichte mir Damien mein Zertifikat und ich schenkte ihm das Bild. Er freute sich unglaublich und es entstand ein sehr emotionaler Moment. Er lud mich sogar ein, ihn in Frankreich zu besuchen, da er bald wieder dorthin ziehen würde und schlug vor, dass wir dort gemeinsam tauchen gehen.
Es erinnerte mich noch einmal daran, wie schön es ist, mit offenem Herzen zu geben. Denn zu schenken ist etwas sehr Freies. Und wenn die Hände leer sind, dann sind sie offen, um zu empfangen. 🧡✨


Im Kunstkurs habe ich von der lieben Nora, die lange in Peru gelebt hat, vom Prinzip Ayni gelernt. Ein altes Wissen der Quechua, das davon ausgeht, dass alles Leben in Beziehung steht. Wenn jemand gibt, bleibt diese Gabe nicht stehen, sondern bewegt sich weiter durch ein Netz von Verbindungen. Vielleicht hilft man heute einem anderen beim Hausbauen, ohne etwas zu erwarten. Monate später bringt jemand einem Essen vorbei, genau dann, wenn man es braucht. Ayni bedeutet nicht Tausch, sondern Vertrauen in diesen Fluss. Wer mit offenen Händen gibt, hält nichts fest und genau dadurch bleiben die Hände frei, um zu empfangen. 🌿✨
Inspiration im Restaurant
Am Abend gingen Erwin und ich in ein feines Restaurant essen, das mich sehr inspirierte. Die Einrichtung und die Energie dort sprachen mich total an. Ich dachte dabei auch an meine Workshops, an Orte, an denen Menschen gemütlich mit Kissen zusammensitzen, kreativ sind und sich austauschen. 🧡✨




Chocolate Hills und Tarsiere
Am nächsten Tag und auch unserem letzten Tag hier machten wir uns mit dem Moped auf den Weg zu den Chocolate Hills. ⛰️🛵 Sie heißen so, weil sie in der trockenen Zeit braun werden und dann wie Pralinen aussehen. Momentan wächst darauf aber Matcha. Davor besuchten wir noch einen Ort, an dem man Tarsiere sehen kann. Wir mussten ganz leise sein, da sie zu dieser Zeit schliefen. Wir sahen drei von ihnen. Sie sind unglaublich niedlich.




Am Abend fütterte ich ein letztes Mal die Hunde in unserer Straße. Besonders einen hatte ich sehr ins Herz geschlossen, da er sich zuvor am Fuß verletzt hatte. Doch inzwischen ging es ihm schon wieder besser.
Aufbruch und neue Begegnungen
Am Tag unserer Abreise machten wir uns wieder früh auf den Weg. Zwei Flüge standen an. Beim zweiten Flug lernten wir ein Pärchen kennen, Kiki und Richard aus Kalifornien. Wir verstanden uns gut und gingen später gemeinsam Mittagessen. Sie luden uns ein, sie irgendwann in Kalifornien zu besuchen.


Port Barton und ein Ausblick
Nach einer längeren Fahrt kamen wir schließlich in Port Barton an. Von hier aus schreibe ich nun. Auch dieser Ort ist wunderschön, vielleicht sogar der schönste, an dem wir bisher waren. Doch davon erzähle ich euch beim nächsten Mal. 🌴✨
Empfehlungen und Gedanken
Panglao hat uns gut gefallen, auch wenn wir durch den Tauchkurs nur wenig vom Ort selbst gesehen haben. Die Strände sind sehr schön, es gibt viele Angebote und Panglao eignet sich gut als Ausgangspunkt, um Bohol zu erkunden. Es war allerdings auch einiges los und das Essen hat uns größtenteils nicht überzeugt, auch wenn man ein bis zwei gute Restaurants finden kann. Gerade zum Tauchen ist Panglao jedoch ein sehr cooler Ort, da die Unterwasserwelt sehr vielfältig ist.


Danke, dass du hier bist.
Wenn du etwas für dich mitnehmen konntest, ist das ein Geschenk für mich. Ich freue mich auf alles, was kommt – auf unsere Gedanken, Begegnungen, Abenteuer. Ich sende dir eine Umarmung und ganz viel Liebe.
Von Herzen, Deine Fiona 🧡🌿
Lass uns in Verbindung bleiben ✨📡🪻
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